Buchrezension: „Holmes & Ich – Die Morde von Sherringford“ von Brittany Cavallaro

Titel: Holmes & Ich – Die Morde von Sherringford
Originaltitel: A Study in Charlotte
Autor: Brittany Cavallaro
Verlag: dtv
Erschienen: 19. Februar 2016
Reihe: Holmes & Ich (Band 1 – zusammenhängend)
Ausgaben: Hardcover (16,95 €) | E-Book (14,99 €)
ISBN: 978-3-423-76136-9
Seitenzahl: 365 Seiten
Lesezeit: ca. 7,5 Stunden
Altersempfehlung: ab 14 Jahren
Genre: Jugendkrimi
Schlagwörter: Freundschaft, Drogenprobleme, Misshandlung

Klick mich!

„Die Welt hörte auf, sich zu drehen, wie sie es immer tut, wenn alles schiefläuft und das Unheil unausweichlich näher rückt.“
~ Seite 280/281 ~


Erster Satz

Das erste Mal begegnete ich ihr am Ende einer dieser sich zäh dahinschleppenden Wochentage, die für Privatschulen wie das Sherringford-Internat so typisch sind.

Inhalt (Quelle: Klappentext)

Watsons Ratgeber für den Umgang mit Charlotte Holmes

  • Man sollte ungeklärten Morden aus dem Weg gehen, ganz gleich, was Charlotte Holmes einem sagt.
  • Manchmal hat man keine andere Wahl, als Holmes sich selbst zu überlassen, auch wenn man nach seiner Rückkehr feststellt, dass sie sich in Brand gesteckt hat.
  • Was auch immer man tut, man sollte sich niemals, unter keinen Umständen, in Holmes verlieben.

Jamie Watson hat es nicht leicht: Zum einen muss er sein geliebtes London verlassen, weil er einen Platz an einem Elite-Internat an der Ostküste der USA erhalten hat. Zum anderen trifft er dort zum ersten Mal auf die eine Person, von der er schon sein gesamtes Leben geträumt hat – Charlotte Holmes, Nachfahrin des legendären Sherlock. Und dann geschieht auch noch ein Mord. Hauptverdächtige: Jamie Watson und Charlotte Holmes! Ihnen bleibt nichts übrig, als die Ermittlungen selbst in die Hand zu nehmen …


„Aber du fühlst all die Dinge, die ich nicht fühlen kann oder fühlen will. Es ist zu viel.“
~ Charlotte Holmes | Seite 66 ~


Meine Meinung

Cover

Sowohl die Schrift als auch das Weiß, welches die Hauptfiguren auf dem Cover darstellt, sind Vertiefungen, die dem Umschlag etwas Besonderes verleihen. Mir gefällt die Schlichtheit und die farbliche Hervorhebung des Titels. Das Hardcover fühlt sich gut an und ist äußerst griffig. Ich habe dieses Werk wirklich gerne in meinem Regal stehen.

Titel

Holmes & Ich verrät nicht nur, dass es um das berühmte Detektiv-Duo Holmes und Watson geht, sondern auch, dass die Geschichte aus Watsons Sicht geschrieben ist. Darum hat dieser Titel mein Interesse geweckt.

Story

Ich muss gestehen, dass das Mordmotiv in diesem Krimi nicht außergewöhnlich ist, und ehrlich gesagt habe ich dieses Buch nicht wegen des Genres gekauft bzw. gelesen (ich hasse Krimis … sowohl als Bücher wie auch als Serien). Der Mittelpunkt dieser Geschichte ist die wachsende Freundschaft zwischen Holmes und Watson, die des Öfteren unangenehm auf die Probe gestellt wird, und ihre Persönlichkeiten, Vergangenheiten – und ihre Fehler. Von daher glaube ich, ist dieses Buch auch für jemanden geeignet, der diesem Genre eher weniger zugetan ist.
Der Aufbau der Geschichte ist gut strukturiert, wenngleich die Ermittlungen recht langsam voranschreiten. Umso intensiver wird auf die Gefühlslage von Holmes und Watson und ihre Beziehung zueinander eingegangen. Irgendwann jedoch überschlagen sich die Ereignisse, sodass die Spannung den Leser bis zum Schluss um den Verstand zu bringen droht. Außerdem reizt Cavallaro fortlaufend mit Geheimnissen und Überraschungen, was bei mir persönlich dazu geführt hat, das Buch selten beiseitezulegen.
Obwohl ich kein Fan des bekannten Detektiv-Duos, sondern durch Zufall auf dieses Werk gestoßen bin, fand ich einige Parallelen zu den ursprünglichen Figuren Sherlock Holmes und John Watson. Für richtige Anhänger der beiden ist das bestimmt erfreulich.

Figuren

Da Holmes & Ich aus Jamie Watsons Sicht geschrieben ist (Ich-Perspektive), beginne ich mit ihm. Am Anfang der Geschichte dachte ich aufgrund einiger Andeutungen, er würde sich hoffnungslos in sein Gegenstück verlieben und es permanent anhimmeln – was mich wohl dazu gebracht hätte, das Buch gegen die Wand zu werfen. Jedoch entpuppte sich Jamie als vernünftiger Kerl, der Einfühlsamkeit und Intelligenz beweist. Es war mir vor allem deswegen ein Vergnügen, ihn durch diese Geschichte zu begleiten und seinen Gedanken und Empfindungen so nahe gewesen zu sein. Er lässt sich in seiner Rolle als Watson nicht unterkriegen, wenngleich er nicht von Kindesbeinen an zum Detektiv erzogen wurde.
Charlotte Holmes hingegen sieht in jedem Mordfall eine Herausforderung, die sie selbst dann an sich reißt, wenn es nicht erwünscht ist. Ihre Familie hat sie zu einer Holmes, einer gnadenlosen Detektivin, geformt. Anfangs schien sie mir kühl und misstrauisch. Doch dann begann ich ihren Charakter zu lieben. Ihre Art ist etwas Besonderes, was sich vermutlich kaum beschreiben lässt. Solltest du Holmes & Ich irgendwann lesen, wirst du mich vielleicht verstehen. 😀
Die Nebenfiguren in diesem Buch halten sich stark im Hintergrund auf. Dennoch lernt der Leser Jamies Vater und somit deren schwieriges Verhältnis zueinander kennen. Lena, die feste Freundin von Jamies Zimmergenossen Tom, empfand ich als unglaublich liebenswert. Ich genoss ihre Art.

Schreibstil

Ehrlich gestanden war es Cavallaros Schreibstil, der mich bei einem Leseprobenheftchen endgültig von einem Kauf überzeugt hatte. Ihr ist es in Holmes & Ich gelungen, die Emotionen und Gesten der Figuren unfassbar realistisch darzustellen. Sie verwendete stets die treffenden Worte und malte mir jedes Geschehen deutlich vor mein inneres Auge. Das war auch ein Grund, weswegen ich mich manchmal weigerte, das Buch zu schließen.

Fazit & Bewertung

Holmes & Ich ist wegen seiner Protagonisten Jamie und Charlotte einmalig. Cavallaros Schreibstil faszinierte mich durchgehend. Außerdem hat sie mit diesem Buch eine fesselnde Story kreiert, welche mich bis zur letzten Seite gepackt hat. Obwohl ich kein Fan von Krimis oder „Holmes und Watson“-Geschichten bin, ist dieses Werk für mich ein Goldstück. Darum erhält es von mir

5 heulende Wölfe

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